A Sky Full of Stars – „Kultursplitter“ der Jüdischen Oberschulen im Zeichen der Natur

Seit vielen Jahren erfreut sich der Kultursplitter-Abend an den Jüdischen Oberschulen besonderer Beliebtheit. Einst ins Leben gerufen auf Initiative der ehemaligen Schulleiterin Barbara Witting, sel. A., biete er jungen Künstlerinnen und Künstlern beider Schulen jedes Jahr zu Frühjahrsbeginn die Möglichkeit zu zeigen, was in ihnen steckt, so der Schulleiter, Dr. Aaron Eckstaedt in seiner Begrüßungsrede. In diesem Jahr stand die Veranstaltung, die von Ulla Berhanu seit Anbeginn in unnachahmlicher Weise kuratiert und inszeniert wird, unter einem Motto.

Die Natur sollte im Mittelpunkt des vielfältigen und kreativen Programms am 24. März stehen. Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 12 legten ihre Schulbücher bei Seite und brachten ihre ganz eigenen Perspektiven auf Umwelt, Landschaft und das Zusammenspiel von Mensch und Natur auf die Bühne. Mit Musik, Theater und Tanz und entstand ein abwechslungsreicher Abend, der zeigte, wie intensiv und kreativ sich junge Menschen mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen. Unterstützung und Anleitung fanden sie dabei in erster Linie beim Fachbereich Musik sowie den Lehrerinnen und Lehrern der Sprachen.

Die Musik- und Politiklehrerin Karoline Borleis, die seit diesem Schuljahr auch die Garten-AG leitet, hatte dazu gleich mehrere Ideen und eröffnete mit der 5. Klasse und dem Song „Let he plants grow now“ den Abend in der randvoll besetzten Aula. In Zusammenarbeit mit dem Geografielehrer Ortwin Hochgräber und der Klasse 6a entstand der Rap-Song „Natur“. Mit der Klasse 6b studierte die engagierte Musiklehrerin den Song „All Star“ von Smash Mouth ein. Als wäre das nicht schon genug, spielt auch das Musik-Ensemble der Mittelstufe unter ihrer Leitung den Traditional „Khozen Kale Mazal Tow“. Mit demselben Ensemble begleitete Karoline Borleis dann auch den kleinen Chor von Lehrerinnen und Lehrern bei ihrer Interpretation von „Sound of Silent“.

Der Ensemble-Kurs des 11. Jahrgangs begeisterte dagegen unter der Leitung von Musiklehrer Niklas Mihr mit modernen Songs wie „Riptide“ und „Aint no Mountain High Enough“. Auch die Sängerinnen und Sänger der Klassen 7b und 7c wollten da nicht nachstehen und präsentierten unter der Leitung ihres Musiklehrers Lorenzo Loi den Song „Count on me“. Bruno Mars hätte es nicht besser performen können. Madame Allain hat mit ihrem Französischkurs der 7. Klassen Indilas Song „Dernière danse“ einstudiert, bei dessen Aufführung die ganze Aula mitwippte.

Aber nicht nur mit Chorgesang wusste die Schülerschaft die zahlreich erschienenen Eltern und Familien, aber auch die Lehrerschaft zu unterhalten. Solisten an der Gitarre (Ionel, Klasse 5), der Querflöte ((Mira, Klasse 5) und dem Flügel (Francois, Klasse 8b) gaben ihr Bestes und ernteten rauschenden Applaus. Vlada aus der Klasse 6a verwandelte die Bühne in einen Tanzsaal und beeindruckte mit ihrer Tanzperformance.

Das geneigte Publikum hörte aber auch das eine oder andere bekannte Gedicht in unterschiedlichen Sprachen. Heines „Ein Fichtenbaum steht einsam“ wurde auf Deutsch und in Lermontovs berühmter russischer Fassung ebenso vorgetragen wie Goethes „Wanderers Nachtlied“. Der Russischkurs der 7. Klasse der Jonas-Schule präsentierte ebenfalls unterschiedliche Gedichte zum Thema und vier Schüler der 10a hatten ein Gedicht gleich in vier Sprachen einstudiert: „Ein Lindenbaum“ von Wilhelm Müller, besser bekannt unter „Am Brunnen vor dem Tore“, wurde strophenweise auf Spanisch (Simon), auf Bulgarisch (Vido) und auf Hebräisch (Itay) vorgetragen. Die deutsche Originalversion trug dann Adam R. mit viel Gefühl vor.

Für Beifallstürme sorgte aber eine szenische Inszenierung der Klasse 7a unter der Leitung von Ulla Berhanu. Die Klasse hatte gemeinsam eine Theaterfassung von Goethes „Erlkönig“ einstudiert und brachte dabei nicht nur einen Wald von Erlen, sondern auch ein Pferd auf die Bühne der Aula des Jüdischen Gymnasiums.

Als nach mehr als zwei Stunden die Show zu Ende ging, waren sich wieder einmal alle Zuschauerinnen und Zuschauer einig: Das war der bisher beste Kultursplitter. Für alle Beteiligten war das natürlich ein großes Lob, aber auch die Aufforderung, im nächsten Jahr ein ähnlich unterhaltsames, buntes Programm zu bieten.